Sonntag, 28. Juni 2015

Gerettet ...

... habe ich diese Woche die Pfingstrosen vor Sturm und Regen. Sie haben es mir gedankt, indem sie das ganze Wohnzimmer mit ihrem sommerlichen Duft erfüllten - Freumoment Nummer 1.
Jedes Mal, wenn ich das Zimmer betrete, strahlt mir der Sommer in Pink-Weiß entgegen und überflutet mich mit einem betörenden Duft.



... hat mich ein sehr netter E-Mail-Kontakt mit unserem Ferienhotel. Servicewüste Deutschland kann nur ein Gerücht sein. Kurzentschlossen haben wir uns überlegt Urlaub zu machen. Eigentlich stand die Frage im Raum, was machen wir an meinem Geburtstag? Ich hab nun entschieden, dass wir in meinen Kindheitserinnerungen stöbern und eine Woche Wandern in der Sächsichen Schweiz. Dort war ich bestimmt mindestens dreimal auf Klassenfahrt und zweimal als Freizeitmitarbeiterin. Meine Familie noch nie. Zeit wird's. Leider war es ganz schön schwer eine passende Unterkunft für Familie mit Baby zu bekommen, die bezahlbar und noch frei ist. Also habe ich drauf los gemailt und Hotels angeschrieben, bis endlich ein netter Mitarbeiter zurückschrieb und genau das hatte, was ich gesucht habe. Urlaub gerettet und Freumoment 2 erlebt.

... habe ich ein Strickprojekt. Noch vor der Geburt, Ende April, habe ich begonnen einen Strampler für mein Baby Kind zu stricken. Größe ca. 3 Monate. Kurze Beine sollte er haben für sommerliche Tage im Juli. Leider sah es die letzten Wochen nie nach Sommer aus und der Strampler verschwand halbfertig ganz unten im Strickkorb. Aus den Augen aus dem Sinn fiel das angefangene Stück mir nun endlich mal wieder in die Hände. Kein Sommer und fast schon zu klein wollte ich das Ding wieder aufrippeln . Dann hörte ich den Wetterbericht, der Sommer kommt jetzt, genau jetzt wär dieser Strampler perfekt. Also gerettet vorm Rippeln wird jetzt gestrickt was das Zeug hält, damit der Baby Junge das gute Stück ab Mittwoch tragen kann und ich freu mich, dass die ganze Strickarbeit doch nicht umsonst war. Freumoment 3. 



... oder eher geheilt bin ich von meiner nach-schwangerlichen Schokosucht. Mit Bauch ist mir furchtbar schlecht geworden von Schokolade. Als der Bauch dann endlich "weg" war, musste ich nachholen. Mehrere Tafeln am Tag in jeder Geschmacksrichtung und Form. Fazit: glücklich aber immer noch 8 Kilo zu schwer und damit mein Körper nicht glücklich. Jetzt bin ich gerettet von der Schokosucht. Kein Heißhunger mehr, es fällt mir nicht mehr schwer an Schokolade vorbeizugehen und mein Körper dankt es mir! Ein Kilo in der letzten Woche verloren und die Knie schmerzen schon viel weniger. Ich erobere mir langsam aber sicher meinen Körper zurück was mich ungemein glücklich macht. Freumoment 4: der Blick auf die Waage und der Zugewinn an Beweglichkeit.

... von Begegnungen mit lieben, wertvollen Menschen. Ich hab neue Bekanntschaften geschlossen und alte wiedergetroffen, viel Zeit für Gespräche gehabt, um zu zu hören und zu erzählen. Ein zutiefst seelenfriedliches Gefühl, welches heute mit tollen nachgottesdienstlichen Gesprächen gekrönt wurde. Wie schön es doch ist Gemeinschaft zu haben, Menschen mit denen man Leben teilt. Freumoment 5.

So, das war meine Woche und es tut so gut das ganze niederzuschreiben, dass der Moment jetzt eigentlich Freumoment Nummer 6 ist. Ich danke dir Viktoria, für diese wunderbare Idee der High54Friday. Jetzt werde ich mich an den Freumomenten der anderen Schreiberlinge erfreuen und damit mindestens noch Freumoment 7 für diese Woche erleben.

Liebste Herzensgrüße, eure Mandy

Freitag, 19. Juni 2015

Lang, lang ist's her,

fast ein Jahr hat es nun gedauert bis ich mich zurückmelde. Oft war das wieder Bloggen geplant, aber der Mut hat mir gefehlt. Liest überhaupt jemand das, was ich schreibe. Warum ist es mir eigentlich so wichtig geworden gelesen zu werden und werden die Paar, die mein Geschreibsel gelesen haben jetzt nicht furchtbar sauer sein? Angst ist schon dabei, wenn ich diese Worte schreibe aber auch Vorfreude auf das, was es mir bringen wird. Die Seele frei schreiben, sich selbst mit etwas Abstand betrachten und sehen, was war, geworden ist und werden wird. Also nun los, Angst beiseite!

Vieles hat sich im letzten Jahr getan, das wichtigste zuerst: Der Uralt-Kater ist gestorben und ein neuer kleiner Mann hat mein Herz im Sturm erobert. Ja, kurz nach dem letzten Beitrag wurde mein Körper besetzt und eine Schwangerschaft hat mich in Beschlag genommen. Sie war nicht ganz einfach, körperlich, aber vor allem im Herzen. Mein Wunschkind hat alles auf den Kopf gestellt. Es hat sich gelohnt, seht ihn euch an, mein ganzer Stolz, Seelenstreichler, Herzerwärmer, Sohnemann.



Ich habe meine geliebte Arbeit an den Nagel gehangen, schon ab Dezember durfte ich leider nicht mehr arbeiten, was mich zutiefst traurig gemacht hat. Viele Menschen habe ich in den letzten Jahren begleitet und sie mich. Leben geteilt, Ersatzmama und große Schwester gespielt, war Beraterin und Mentorin. Wie schwer es mir doch gefallen ist das hinter mir zu lassen und auch immer noch fällt. Falls ihr das lest, ihr fehlt mir furchtbar! Viel Arbeit für meine Seele.

Jetzt bin ich Vollzeitmama, dass erste Mal in meinem Leben (der Große wurde ganz von Papa betreut) und es ist wunderschön. Meine Kinder bei mir zu haben, sie zu begleiten, auf ihrem Weg ins Leben ist das spannendste, was ich je gemacht habe. Es zerreißt mir das Herz sie wachsen zu sehen, loslassen zu müssen, den Moment nicht festhalten zu können und gleichzeitig macht es mich überglücklich und stolz.

Endlos könnte ich so weiter schreiben, dass werde ich auch tun, aber jetzt rufen die Familienpflichten für die ich zuständig bin. Trotzdem verlinke ich noch zu einer wunderbaren Sammlung auf die ich mich schon vor einem Jahr jedes Wochenende wieder gefreut habe: H54F von der bezaubernden Viktoria (leider kenne ich sie nicht persönlich - aber sie muss bezaubernd sein!) Hier nun meine 5 Glücksmomente/ Erkenntnisse zum Freuen:

1. Ich habe den Mut gefunden wieder zu schreiben.
2.  Meine großer herzallerliebster Sohne, für den Mama immer die Königin ist und der der weltbeste Bruder ist.
3. Mein kleines Wunder, das mich jeden Morgen kerngesund und munter anstrahlt, sodass alles Dunkel der Nacht vergessen ist.
4. Mama sein dürfen, dass größte Geschenk, was ich mir vorstellen kann.
5. Das zwischen allen Pflichten immer noch Zeit ganz für mich bleibt, für Dinge die ich mag, Nähen, Stricken, Lesen, Kaffee trinken und über die Welt nachdenken.

Bis ganz bald, Eure Mandy