Freitag, 28. Februar 2014

Wachstum

Behutsam hege und pflege ich meine kleinen Samen. Jeden tag stehe ich vor meinem Zimmergewächshaus und warte gespannt auf eine Veränderung. Mein Sohn tut es mir gleich und bestaunt mit mir jegliche Veränderung. Mal entdeckt er sie zuerst, mal ich und siehe da, heute morgen können wir es kaum glauben, erste zarte Pflänzchen sind zu erkennen. Der kleine Mann freut sich wie bolle und ich freu mich mit. -Freutag-

Ich freu mich nicht nur über die Pflanzen, sondern am meisten über ihn. Umsorgt und behütet, jedes Wachstum gefeiert und dokumentiert, schon bevor ich ihn kannte, fest in meinem Herzen. Sein erstes Lächeln galt mir und ich glaube auch jetzt noch teilt er seine Freude am liebsten mit mir. Schon jetzt liebe ich es mit ihm Gespräche zu führen. Ja man kann mit ihm Gespräche führen, er hilft mir beim Kochen (wenn Papa mal nicht kocht), er fragt mich, ob ich gut geschlafen habe und ist traurig wenn ich traurig bin. Erst jetzt wird mir dieser Entwicklungschritt bewusst, er hat sich eingeschlichen ist einfach so geworden, ohne dass ich festlegen kann wann. War ich etwa nicht aufmerksam genung und mit zu vielem anderen beschäftigt? So wird es mir in Zukunft wohl häufiger gehen, jetzt wo ich ihn nicht mehr rund um die Uhr sehe (das habe ich ja eh nur die ersten 8 Wochen seines Lebens). Er schwimmt sich frei, braucht Zeit für sich ganz allein, geht in den Kindergarten, trifft einfache Entscheidungen und kann seine Gefühle in Worten ausdrücken. Das alles macht es nicht einfacher, im Gegenteil, in letzter Zeit gab es viele "Kämpfe". Aber war es nicht genau das, was ich mir noch vor der Geburt meines Kindes gewünscht habe? Dass er eine eigene Persönlichkeit entwickelt, nicht alles hinnimmt, sondern hinterfragt. Lernt, mit seinen Gefühlen, Wünschen und Gedanken sich auszudrücken. Da ist er, mit all diesen Fähigkeiten und ich bin gerührt. So wie mein Sohn wartet was wohl aus den Pflänzchen wird, bin ich gespannt was die Zukunft bringt. Ich wünsche mir, dass er einen unbendigen Wissensdurst entwickelt, Freunde findet, Begabungen entdeckt und weiterhin (oder noch mehr) mit mir redet, über das, was ihn freut, bewegt und ärgert. Sein Platz in meinem Herzen ist ihm sicher, ein ganz besonderer - der Platz eines Sohnes, eines Erstgeborenen.


Kommentare:

  1. So ist das mit den zarten Pflänzchen. Schön das wir unsere Kinder auf ihrem Weg begleiten dürfen. Die Zeit des innigen miteinander ist ziemlich knapp denn plötzlich sind sie groß. Ich genieße jede Minute, auch die Kämpfe. Du hast einen schönen Text verfasst.

    Liebe Grüße Alexandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deinen Kommentar, und es tut gut zu wissen das wir nicht die einzigen sind die Kämpfen ;0)

      Löschen